FITNESS FÜR VÖLLIG FERTIGE MAMAS

Sport Geburt Rückbildung Wochenbett Baby Beckenboden sanfte Kräftigungadmin |

7 Ideen, was für sich zu tun, ohne Sport zu machen.

Ja, ich gebe es zu: In den ersten zehn Wochen nach der Entbindung habe ich gar kein Sport-Programm absolviert und seitdem packe ich grad auch nur die Rückbildungsübungen von Melanie. Nicht gerade das beste Vorbild, wenn man einen sportlichen Blog macht.

Aber so ist es nun mal und darum geht es ja bei uns: Realistisch sein. Und trotzdem etwas für sich und sein Wohlbefinden schaffen, kleine Übungen in den Alltag integrieren. Genau das habe ich geschafft! Jeden Tag! Und zwar so…

„Anfangs schlafen die Babys noch ganz viel“, „genieß die Zeit, wo er noch so ruhig ist“ – jede werdende und frischgebackene Mami kennt wohl diese gut gemeinten Statements anderer Menschen. Zu dumm nur, wenn sie einfach überhaupt nicht zutreffen. Mein Baby hatte nämlich anfangs einiges nachzuholen – nur keinen Schlaf. Stattdessen wollte er alle ein- bis eineinhalb Stunden trinken. Tag und Nacht. Viel Besuch und unser Umzug taten ihr übriges – an Fitness war erstmal nicht zu denken. Das einzige Gewicht, das ich mühsam stemmte, war das meiner Augenlider und die dunklen Ringe, die sich unterm Wimpernkranz bildeten, konnte man durchaus als olympiareif bezeichnen.

Mich jetzt noch in puncto Fitness unter Druck zu setzen, hätte echt nichts gebracht.

So habe ich den täglichen Spaziergang kurzerhand zum Sport erklärt und Geduld mit mir selbst als neue Trainingsdisziplin anerkannt. Außerdem habe ich nach kleinen Tricks gesucht, um Stück für Stück wieder mehr Fitness in den Alltag zu integrieren.

Jede Geburt ist anders und jede erste Zeit mit Baby ist anders, deswegen muss jeder für sich selbst rausfinden, was am besten passt oder was zu viel oder zu wenig ist, ob man bereit ist, wieder Vollgas zu geben oder es eher langsam angehen lässt – aber vielleicht sind ja auch ein paar Ideen für dich dabei…

1. Der frische Luft-Faktor

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien – durch meinen Hund bin ich gewohnt, immer rauszugehen, egal, wie das Wetter ist. Und das Baby muss doch bitte auch an die frische Luft! Genau so hab ich es seit Tag 4 nach der Entbindung gehalten. Jeden Tag mindestens ein Spaziergang, komme, was da wolle. Über den positiven Effekt hat Melanie ja hier schon berichtet. Ob nun 15 Minuten im Regen oder 90 Minuten bei frühlingshaftem Sonnenschein, ist egal, es zählt, dass ich draußen war und mich bewegt habe.

2. Die Zahnbürsten-Challenge

Auch wieder eine prima Übung, die ich von Melanie bekommen habe. Wie es geht, liest du hier. Wer ein Baby hat, kommt oft zu nichts, aber Zähneputzen fällt niemals aus. Also kann man diese Minuten auch gleich für eine kleine Trainingseinheit nutzen. Fühlt sich nicht so an, ist aber wirklich Fitness mit Effekt! Und das gleich zwei bis drei Mal täglich!

3. Die Straffungs-Variable

Mit dem Kinderwagen war ich ja nun schon täglich unterwegs und ein paar Wochen nach der Entbindung fing ich an, das eintönige Schieben etwas zu variieren – ich ging mal schneller, mal langsamer, machte mal große Schritte, mal kleine, mal ging ich auf Zehenspitzen und ab und zu legte ich einen Ausfallschritt ein. Gerade das Variieren des Tempos ist super, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Silhouette zu straffen, erinnert ja ein bisschen an Intervall-Training. Joggen und Laufen sollte man allerdings nur mit speziellen Joggern und auch erst nach dem ersten Lebensjahr des Babys, um seine Wirbelsäule nicht unnötig zu belasten.

4. Das Streckungswunder

Gerade nach dem Stillen und am Morgen nach dem Aufstehen ist es eine wahre Wohltat, sich mal ordentlich zu strecken. Vergisst man oft, bringt aber so viel! Hände ineinander verschränken und nach oben ziehen, bewusst die Schultern nach unten setzen und gleichmäßig atmen. Bei Melanie im Körper-Atelier habe ich gelernt, wie wichtig die richtige Haltung im Alltag und für die gesamte Fitness ist. Gerade an „Heute ist alles doof“-Tagen wirkt sich das auch echt auf die Psyche aus, hab ich das Gefühl – sich bewusst aufzurichten, aufrecht zu gehen und sich mehrfach zu strecken, tut einfach gut.

5. Der Schritte-Contest

Mein Lieblingspunkt auf der Fitness für völlig fertige Mamas-Liste. In einem IPhone ist der Schrittzähler meist schon integriert, aber als APP-Challenge macht es noch mehr Spaß. Ich hab mir die kostenlose APP „Withings“ runter geladen. Mit diesem „Health Coach“ bin ich nicht nur motiviert, 10.000 Schritte am Tag zu schaffen, sondern konnte auch eine Schritte-Challenge gegen meinen Freund starten: Wer macht mehr Schritte am Tag und pro Woche? Dieser Battle macht total Spaß, vor allem, weil mein Freund zwar im Job viel sitzt, aber sich gerade selber motiviert, wieder öfter Joggen zu gehen – mein Ansporn, noch mehr an der frischen Luft unterwegs zu sein und auf jeden Fall den Wochenrekord zu halten! Such dir auf jeden Fall einen Challenge-Partner, der kein reiner Schreibtischtäter und Sportmuffel ist!

6. Das Fitness-Knuddeln

Die Zeit mit einem Baby verfliegt! Mit am schönsten sind die Momente, wenn das kleine Wesen vor einem liegt und anfängt, zu kommunizieren. Dass ich dabei gleichzeitig noch was für meine Fitness tun kann, hat Melanie mir gezeigt. Die Baby-Kuss-Push-ups  mache ich mittlerweile ca. zwei Mal am Tag (weil ich noch nicht so viele Wiederholungen am Stück schaffe, aber ich steigere mich langsam) und sind ein echter Spaß für das Baby und mich. Dieses kleine Ritual möchte ich wirklich nicht mehr missen, umso besser, dass ich dabei noch was für meine Arme tun kann.

7. Die Atem-Pause

Hört sich vielleicht komisch an, aber ich habe kurz nach der Entbindung oft die Luft angehalten oder nur sehr flach geatmet. Die Aufregung im Krankenhaus, die stressigen ersten Wochen, einige große und viele kleine Sorgen – mir stockte buchstäblich ständig der Atem. Seit ich mehrmals am Tag wirklich bewusst ein- und ausatme, den Brustkorb und Bauchraum gleichermaßen mit Luft fülle (so atmet man nämlich richtig!) und mich aufs Ausatmen konzentriere, fühle ich mich insgesamt fitter und wohler. Logisch, denn nur so wird Sauerstoff in alle Zellen transportiert. Lässt sich übrigens auch prima während des Stillens oder Fläschchenfütterns praktizieren.

Natürlich sind das unter reinen Fitness-Gesichtspunkten keine großen Herausforderungen – aber eben realistische, kleine Schritte, um in trubeligen Zeiten etwas für sich und das eigene Wohlbefinden zu tun. Und wer mal zwei Stunden am Stück stramm mit einem Kinderwagen marschiert ist, kann durchaus auch Muskelkater haben!

FullSizeRender[7]

 

 

 

 

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply