GÄSTE-GUIDE FÜR DEN WOCHENBETT-BESUCH

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Ich hab dich zwar erwartet, aber keinen Kuchen da…

Hanne: Deine Freundin, Schwester, Bekannte oder Kollegin hat gerade ein Baby bekommen und Du möchtest sie besuchen? Schwangere werden in Geburtsvorbereitungskursen mehr oder weniger aufs Wochenbett vorbereitet. Nur der Besuch nicht. Daher hier unser subjektiver Guide für den Antritt beim Baby und den frischgebackenen Eltern.

Keinen Kuchen erwarten 

Meine Kursleiterin im Hypnobirthkurs sagte: „Der beste Besuch im Wochenbett ist der, der Essen mitbringt. Und der allerbeste Besuch ist der, der das Essen vor die Tür stellt und wieder geht.“ Ganz so dramatisch würde ich es jetzt nicht sehen, aber etwas für den Kühlschrank der Neu-Familie dabei zu haben, ist eine Geste, die auf jeden Fall super ankommt. Du machst die weltbeste Bolognese oder weißt um das Lieblingsessen der Wöchnerin? Mitbringen! Oder zumindest etwas Kulinarisches für die Zeit Deines Besuchs. Man erwartet also keinen Kuchen, sondern hat ihn dabei. Und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für die junge Familie. Sollte selbstverständlich sein? Kein Scherz, ich hatte wirklich (ansonsten sehr lieben) Wochenbettbesuch, der mir vorab eine SMS schickte „Was ist mit Essen?“. Wer selbst noch kein Wochenbett erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, wie dankbar man ist, wenn einem jemand zumindest in der Küche den neuen Alltag etwas erleichtert!

Die besten Geschenke 

Du möchtest dem neuen Erdenbürger ein Geschenk mitbringen? Prima! Natürlich sind Bodys, Strampler, Spielzeug oder Deko eine schöne Idee. Wenn man sich aber nicht ganz sicher ist, den Geschmack der jungen Mama zu treffen, lieber neutrale Farben und Designs wählen. Sehr gut sind auch vermeintlich einfache Dinge, beispielsweise Windeln oder Mulltücher (eine gute Freundin hat mir die Mulltücher von Aden&Anais geschenkt, die sind extra groß und auch zum Pucken geeignet). Und wer es richtig gut meint, hat auch etwas für die frischgebackene Mutter oder den Vater dabei. Concealer, Stillsaft, Malzbier (wer gerade mit Stillen angefangen hat, hat immer extrem Durst), einen Gutschein für eine Maniküre oder für den Papa Süßigkeiten oder andere Nervennahrung kommen immer gut an. Ich habe an liebe Freundinnen Concealer verschenkt. Auch Magazine oder ein Film sind eine Geschenk-Idee. Wenn man sich mit mehreren Freundinnen zusammentut und weiß, dass sich die Wöchnerin darüber freuen würde, kann man auch einen Putzservice oder Lieferdienst vom Lieblingsrestaurant schenken.

Egal, wie es ist, es ist gut, wie es ist 

Wer die Wohnung oder das Haus betritt, um Baby und Wöchnerin zu besuchen, für den gilt folgende Regel: Alles ist gut, wie es ist! Egal, ob alles aufgeräumt oder unaufgeräumt ist oder sogar im totalen Chaos versinkt – das Wochenbett ist eine besondere Lebenssituation in der vieles zählt, nur nicht der Haushalt! Jeglichen Kommentar dazu sollte man sich verkneifen. Genauso, wie es den Besuch auch nichts angeht, ob die Wohnung oder das Haus jetzt sehr warm oder sehr kalt ist. Egal, ob die Wöchnerin sonst die perfekte Gastgeberin ist – in ihrem Wochenbett hat sie nicht die Verpflichtung, Dir eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Nein, es ist sogar eher umgekehrt: Gib ihr das Gefühl, dass alles gut ist, wie es ist.

Das Baby ist Unterhaltung genug 

Ja, auch das muss gesagt werden, wie meine Erfahrung zeigt: Als Besuch am Wochenbett sollte man wirklich kein Unterhaltungsprogramm erwarten. Möglicherweise hat die junge Mama kein Auge zugetan, ist der Papa total übernächtigt und das Baby fühlt sich noch wie im Mutterleib und schläft viel – jedenfalls kann es genug Gründe geben, warum die Protagonisten des Wochenbetts nicht besonders gesprächig sind oder ihrem Gegenüber (Dir) kaum Aufmerksamkeit schenken. Das ist auch nicht der Sinn eines Wochenbett-Besuchs! Es geht darum, das Wunder des Lebens zu bestaunen und seinen Eltern zu gratulieren. Nicht mehr und nicht weniger.

Abstand respektieren 

Kann sein, dass Du das kleine Bündel gleich an Dich drücken darfst. Kann aber auch sein, dass die frischgebackene Mama im Wochenbett noch nicht soweit ist, ihr Neugeborenes in andere Arme zu geben. Das solltest Du in jedem Falle respektieren und nicht enttäuscht sein. Manche Frauen brauchen ein bisschen oder vielleicht gab es durch einen längeren Krankenhausaufenthalt oder Umstände bei der Geburt noch kein ausreichendes Bonding und die Familie wächst gerade erst noch zusammen. Der Wochenbettbesuch sollte sensibel genug sein, zu merken, ob er das Baby halten darf oder nur mit etwas Abstand anhimmeln kann. Selbst wenn Du hunderte von Kilometern angereist bist oder so schnell nicht wieder in der Stadt sein solltest, übe Dich in Zurückhaltung. In einigen Monaten, wenn das Baby größer ist, kann es auch schon auf Dich reagieren und dann macht ein Säugling auf dem Arm sowieso mehr Spaß! Solltest Du das Baby halten dürfen, sollte es selbstverständlich sein, vorher die Hände zu waschen und/oder zu desinfizieren.

Wann der Wochenbettbesuch ausfallen sollte 

Eine Erkältung oder ein Magen-Darm-Virus oder sonstige Infektionskrankheiten sind natürlich ein absolutes K.O.-Kriterium für einen Wochenbettbesuch! Was viele nicht wissen: Gerade auch ein wachsender oder bereits ausgebrochener Herpes an der Lippe schließen einen Gast zwar nicht komplett aus, jedoch sollte damit jeglicher Kontakt mit dem Baby absolut vermieden werden! Herpes kann bei Neugeborenen zu sehr schweren Hirnschäden oder noch Schlimmerem führen, hier ist also wirklich Vorsicht geboten. Der Wochenbettbesuch sollte außerdem verschoben werden, wenn die Wöchnerin massive Still-Probleme hat oder andeutet, dass sie sich nicht fühlt. Am besten schreibt man, wenn man den Verdacht hat, dass die Neu-Familie noch mit dem Start ins neue Leben zu tun hat, eine Nachricht, dass man gerne vorbei kommt, sobald die Wöchnerin grünes Licht gibt.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!

Ein ganz frisches Baby bewundern zu können, mit einer gut gelaunten, sich fit fühlenden Wöchnerin zu sprechen oder aber auch nur gemeinsam zu schweigen und zu staunen – einem gelungenen Wochenbettbesuch oder einem Baby-Rendevouz ein paar Wochen nach der Geburt steht so hoffentlich nichts mehr im Wege.

Wie heißt es bei Hermann Hesse: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – es ist eine Ehre, wenn man am magischen Wunder des Lebens Teil haben darf!

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