„WAS MACHST DU EIGENTLICH DEN GANZEN TAG – ALS MUTTER?“

Was man als Mutter halt so macht...privat

Was mein Freund denkt, was ich den ganzen Tag so mache…

Vor einigen Monaten waren diese „Was meine Eltern denken, was mein Job ist“, „was meine beste Freundin denkt, was ich tue“-Bildserien total in. Mir sind da einige Parallelen zum Mama-Job aufgefallen. Und ja, manchmal muss man einfach auch mal über sich selbst lachen.

Eine nicht repräsentative Umfrage im eigenen Umfeld hat es mir nämlich bestätigt: es gibt Männer, die gehen total auf im Papa-Sein, wechseln Windeln wie die Weltmeister oder werden nicht müde, auch das quengeligste Baby fünf Stunden auf dem Arm zu wiegen. Diese Männer können nachfühlen, wie der Alltag einer Mama aussieht. Und es gibt die Männer, die sich an das Leben als Papa erst noch gewöhnen müssen. Die ihren Nachwuchs über alles lieben und gerne zeigen, die aber auch dem Alltag einer Mama ein bisschen ratlos gegenüber stehen. Überspitzt formuliert: Papas, die denken, das Baby müsse doch einen An\Aus-Schalter haben, alles eine Frage der richtigen Bedienung. Und wieso sinkt Mutti abends erschöpft auf die Couch? Die hat doch Elternzeit und damit eigentlich frei?

Was mein Freund denkt, was ich mache:

Den ganzen Tag Kaffee trinken und mit anderen Mamis plaudern. 

Was ich wirklich mache:

Verzweifelt und erschöpft das Haus verlassen, nachdem das Kind sich einfach nicht beruhigen wollte und nur an der frischen Luft und in Bewegung friedlich schlummert. Kaffee nicht als Genuss-Mittel, sondern als Wachmacher und Überlebensmedizin konsumieren, damit man wenigstens einigermaßen ein Gespräch führen kann. Die anderen Mamis um Rat bitten, aber auch sie haben keine Lösung, wie man den Haushalt mit einem 8 Kilo-Rucksack, der einem ständig im Gesicht rumfummelt und an den Haaren zieht, nebenbei erledigen kann.

Was mein Freund denkt, was ich mache:

Statt Aufzuräumen, den ganzen Tag am Handy zu hängen und sinnlos zu surfen. 

Was ich wirklich mache:

Google fragen, warum das Baby einen komischen Ausschlag am Hals hat, meine Freundin über WhatsApp fragen, ob sie weiß, was das sein könne… Sie erzählt mir im Chat, dass ihre Kleine wieder furchtbare Bauchschmerzen habe… ich versuche, das Kind abzulegen, damit ich beide Hände zum Antwort tippen frei habe, aber bei dem darauffolgenden Gebrüll vergesse ich prompt, die Nachricht abzuschicken. Das Smartphone ist mein wichtigster Kontakt zur Außenwelt, manchmal sogar der einzige. Zudem ist das Handy eines der wenigen Dinge, die sich noch einigermaßen „nebenbei“ bedienen lassen. Zugegebenermaßen habe ich mir aber fest vorgenommen, wirklich weniger Zeit am Smartphone zu verbringen, das Baby soll ja keine Smombie-Mom, also einen Smartphone-Zombie als Mutter, haben. Aber Moment – ich muss noch schnell auf die Baby-Regenjacke bei Mamikreisel bieten, bin gleich fertig… Ping! Neue E-Mail: „Der 70 Prozent Sale – nur noch heute“…

Was mein Freund denkt, was ich mache:

Die Wäsche mit voller Absicht den ganzen Tag in der Maschine zu lassen

Was ich wirklich mache:

Morgens noch voll motiviert eine Maschine angeworfen, call me the most motivated housewife, war der Rest des Tages plötzlich ein Wettlauf gegen die Zeit. Nein, ich werde abends nicht mehr in der Lage sein, zu eruieren, was ich eigentlich den ganzen Tag genau gemacht habe. Nur Folgendes wird mir plötzlich bewusst: Neben Stillen, Wickeln, Baby beruhigen und den Hund Gassi führen, was alles gefühlt nicht mehr als einen Vormittag dauern dürfte, war es plötzlich 18 Uhr und ich habe weder was gegessen, noch was getrunken – daher vermutlich der stechende Kopfschmerz, der das Denken noch schwerfälliger macht. Ich bin so müde! Ist ja plötzlich auch schon 22 Uhr. Oh, die Wäsche ist ja noch in der Maschine, die hole ich, wenn das Baby endlich schläft… 23.30 Uhr, das Baby gluckst fröhlich vor sich hin und möchte bespaßt werden. Mir fallen immer wieder die Augen zu… An irgendwas wollte ich doch noch denken, aber was bloß?

Was mein Freund denkt, was ich mache:

Unserem Baby die beste Mama zu sein.

Was ich wirklich mache:

Mal wieder und so oft an mir selbst zweifeln! Zu denken, ich mache Sachen weniger als andere Mamis oder hab die Lage einfach nicht im Griff, obwohl das doch nicht so schwer sein kann? Sieht mein Freund denn gar nicht, was ich da alles leiste? Sieht er oft nicht, gibt er zu als ich ihn frage. Aber eines, sagt er, weiß er und das möchte er auch in diesem Text haben: Ich bin unserem Baby die beste Mutter, die er sich vorstellen kann. Aber wenn er ich wäre und Elternzeit hätte, dann würde er viel mehr schlafen und sich entspannen, ist doch alles easy mit dem Baby! Ja, weiß der denn gar nicht, was ich den ganzen Tag mache?

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